Kleiner Mann – was nun?

Der Verkäufer Johannes Pinneberg und seine Freundin Lämmchen erwarten ein Kind. Kurz entschlossen heiratet das Paar, auch wenn das Geld immer knapper wird. Trotz Weltwirtschaftskrise und erstarkender Nazis nimmt Lämmchen beherzt das Leben ihres verzweifelnden Mannes in die Hand. In dieser rekonstruierten Urfassung führt ihr gemeinsamer Weg noch tiefer ins zeitgenössische Berlin, ins Nachtleben und in die von den „Roaring Twenties“ geprägten Subkulturen. Die politischen Probleme der damaligen Zeit werden so plastisch wie in wenigen anderen Texten.

Ein Gedanke zu “Kleiner Mann – was nun?

  1. Der Roman „Kleiner Mann – was nun?“ von Hans Fallada erschien erstmals im Jahr 1932 beim Rowohlt-Verlag in Berlin. Der Roman hatte einen großen Erfolg, wahrscheinlich weil viele Menschen in dieser Zeit sich und ihre Situation wiedererkannten. Die Geschichte handelt von einem jungen Ehepaar, das sich mit wenig Geld und ohne große Unterstützung durch die Wirtschaftskrise von 1929 schlagen muss.

    Nachdem der Buchhalter Pinneberg erfährt, dass seine Freundin Emma Mörschel, genannt Lämmchen, schwanger ist, beschließt er, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Nachdem er von seinem Chef entlassen wird, zieht das junge Paar nach Berlin zu Pinnebergs Mutter Mia. Obwohl es in der Stadt wenig bis gar keine Arbeit gibt, schafft es der Freund von Mia Herr Jachmann, Pinneberg eine Stelle im Kaufhaus Mandel zu besorgen. Der Druck auf Pinneberg steigt stetig, da im Kaufhaus Mandel Verkaufsquoten eingeführt werden. Als schließlich das Kind des Paares zur Welt kommt, wird es immer schwieriger für Pinneberg, für seine kleine Familie zu sorgen. Die Abwärtsspirale setzt sich stetig fort.

    Die ersten zwanzig Seiten des Buches waren für mich etwas mühsam, weil das Leben der beiden beschrieben wird ohne dass etwas Aufregendes passiert. Erst als die ersten Probleme aufgetreten sind, wurde es spannend, da ich wissen wollte, wie es weiter geht. Die Sprache aus den Dreißiger Jahren war für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Insgesamt hat mir das Buch jedoch sehr gut gefallen, da man einen guten Einblick in die damalige Zeit bekommt. Nun kann ich mir auch besser vorstellen, warum die Menschen Hitler gewählt haben, denn ihr Leben war sehr hart und mühsam. Es gab keine Arbeit und sie fanden keinen Schuldigen für ihre Situation. Hitler hat ihnen Arbeit versprochen und ihnen Schuldige vorgeführt.
    Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass sich die Geschichte so zugetragen haben kann, da nichts übertrieben, verschönert oder spannender gemacht worden ist. Ich hatte das Gefühl, mittendrin im Geschehen zu sein. Was mich beim Lesen immer wieder verwundert hat, war, wie naiv das junge Paar bei einigen Sachen war. Das Ende hat mir allerdings nicht sonderlich gefallen, aus meiner Sicht war es zu abrupt.
    Alles in allem kann ich das Buch jedoch auf jeden Fall weiterempfehlen, weil es einen guten EInblick in die damalige Zeit gibt.

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